Wieder ist ein Monat im Flug vergangen. Am 1. Juli werden es bereits 5 Monate sein, die ich hier in São Paulo bin.
Zur Zeit ist aber auch so viel hier los, dass ständig etwas los ist: Das Festa Junina, die Renovierung unseres Freiwilligenhauses und natürlich der Beginn der Weltmeisterschaft!

Das Festa Junina, oder hier auch festa de São João genannt, ähneln den nordeuropäischen Mittsommerfesten. Bevor ich nach Brasilien kam, wusste ich gar nicht, dass es diese Feste auch in Südamerika gibt. Traditionell wurde von der katholischen Landbevölkerung die Geburt des Heiligen St. Johannes (eigentlich am 24. Juni) gefeiert. Auf deutsch spricht man von dem Johannistag. Zu den tradionellen Feierlichkeiten gehören Verkleidungen im Landstil (Mädchen: Blumenrock, Zöpfe, aufgemalte Sommersprossen, Jungen: Karohemd, Hut, aufgemalter Bart), Fähnchengirlanden, Formationstanz (z.B. Quadrilha in zwei Reihen) und natürlich massenweise Speis und Trank. Auch wir Freiwilligen haben an den Feierlichkeiten teilgenommen. Ich durfte sogar mit der 4. Klasse (in der ich Englischunterricht gebe) einen Tanz mit aufführen. 🙂 Abends gibt es auf vielen Festen dann auch alkoholische Getränke und ein großes Festfeuer. Insgesamt habe ich nun schon drei verschiedene Festa Juninas mitgefeiert, und morgen wird noch eines in der Chacara gefeiert.

Wandas Basteltisch

Brasil 869

Eine (nicht ganz traditionelle) Quadrilha

Wettbewerb beim Festa Junina in einer benachbarten Organisation: Wer erreicht den Plastiksack am Baum?

Ich, Johanna und Wanda (unsere neue Mitbewohnerin aus Argentinien)

Zwischen den Festen – insgesamt war ich schon auf drei Juninafesten – haben wir zusammen mit unserer neuen Freiwilligen (Wanda aus Argentinien) unser Freiwilligenhaus neu gestrichen. Das Ergebnis kann sich sehr sehen lassen, aber es war auch ziemlich anstrengend. Immerhin hatten wir Hilfe von einem Mitarbeiter, der ein bisschen mehr Ahnung vom Streichen hat als wir. Dadurch sind wir doch recht zügig vorangekommen, und haben letztendlich sogar noch geschafft, gründlich auszumisten, was vorherige Freiwillige hier im Haus so liegen lassen haben. Insgesamt haben wir zwei große Müllsäcke aus unserem Haus geschafft!
Durch die neue Farbenpracht, in der unser Haus nun erstrahlt fühlt man sich schon gleich viel wohler. Dadurch wird die Kälte, die jetzt mit dem Winteranfang kommt, vielleicht leichter zu ertragen. Nachts ist es teilweise nur 5° – sowohl draußen als auch drinnen, denn wir haben ja keine besondere Isolation und auch keine Heizmöglichkeiten. Deshalb genießen wir es nun oft, nach dem Kochen in der noch warmen Küche zu sitzen, die zugleich unser Wohnzimmer ist.

Unsere Küche, rechts geht es zum Bad und zu Johannas und meinem Zimmer

Unsere Küche: Links vorher (mit Sophia), Rechts nachher (Johanna und ich)

Links die neuen Farben, rechts ich beim Abschmirgeln der Schmierereien

Jetzt ist auch unser Zimmer richtig wohnlich

Johanna beim Ausmisten

Obwohl wir weit vom Großstadttrubel der Innenstadt entfernt wohnen, geht die Weltmeisterschaft nicht unbemerkt an uns vorbei. Die Straßen sind blau-weiß-grün geschmückt, viele Häuserwande mit Sprüchen versehen. Aber es gibt auch kritische Straßenbemalungen und Graffitis, denn wie ja auch in Europa bekannt geworden ist, hat der Staat hier viel Geld in die WM-Vorbereitungen investiert, das jetzt an anderen Orten fehlt. Wir Freiwilligen haben uns das Eröffnungsspiel im Hause unserer „Gastmutter“ zusammen mit der ganzen Familie angesehen. Einen Bericht spare ich mir an dieser Stelle und verweise stattdessen auf einen (deutschsprachigen) Blog eines weiteren Besuchers: Torlos in Horizonte Azul. Sehr lesenswert!

WM- Stimmung in Horizonte Azul

„Brasil – onde as coisas não funcionam!“ (Brasilien – wo die Dinge nicht funktionieren)

Alles bereit zum Fußballgucken

Im Wohnzimmer bei Silvana: Die ganze Familie fiebert zusammen mit

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